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Lothar Schwartz, Mitglied im OV Bännjerrück


Ein Journalistenleben an den Schalthebeln der Macht


Anlässlich des 75. Geburtstag
von Lothar Schwartz am 14. Mai 2003

Eigentlich müsste er sein Leben längst in einem Buch
niedergeschrieben haben. Stoff, um viele interessante
Kapitel zu füllen, hätte er genug. Er kann wunderbar
erzählen und geradezu unerschöpflich ist ein Vorrat
an Geschichten und Anekdoten aus dem politischen
Geschehen der Bonner Republik, das er von 1963 bis
1981 in vorderster Front miterlebte und beruflich
begleitete.
Lothar Schwartz, langjähriger Vertrauter Willi Brandts,
und von 1973 bis 1981 Pressesprecher des
SPD-Bundesvorstandes, wiegelt ab: "Angebote dafür hatte
ich genug, aber ich müsste zu viele Persönlichkeitsrechte
verletzten, deshalb lasse ich das mit der Biografie lieber
sein." Heute feiert der in Sembach geborene Journalist,
dessen Berufskarriere nach einem Studium der Germanistik
und Theaterwissenschaften mit einem Volontariat bei der
Pfälzischen Volkszeitung in Kaiserslautern begann,
seinen 75. Geburtstag.

Viele Freunde, Weggefährten und Berufskollegen werden
zu seinem Ehrentag nach Kaiserslautern kommen, wo sich
der Jubilar nach Beendigung seines Berufslebens und
"nach 31 Jahren im rheinischen Exil" niedergelassen hat.
Reinhard Appel, ehemaliger Chefredakteur und später
Intendant des ZDF, wird ebenso dabei sein wie der
Journalist(Bericht aus Bonn) und langjährige Intendant
des WDR, Friedrich Nowotny. Sie kommen gerne in die Pfalz,
dessen ist sich Schwartz sicher. Er selbst war es, der
während seiner langen Bonner Jahre so manchem Politiker
und Journalisten Appetit auf das schöne Land zwischen Wald
und Wein gemacht hat. "Auch Willi hat die Pfalz gemocht"
erinnert er sich und erzählt von einer Wanderung im
Spätsommer 1979 mit Willy Brandt von Leinsweiler über
Bad Bergzabern und Johanniskreuz ins Naturfreundehaus
im Finsterbrunnertal. Überhaupt, Willy Brandt, in den
meist anekdotisch geprägten Rückblenden von
Lothar Schwartz spielt er natürlich die Hauptrolle. Dass
er es als ein besonders Glück empfindet, dem großen
Sozialdemokraten und Staatsmann menschlich und beruflich
so nahe gekommen zu sein, daraus macht er keinen Hehl.

1958 begegnete er dem damaligen Regierenden Bürgermeister
von Berlin das erste Mal. Brandt sprach im SWF-Studio
Kaiserslautern seine wöchentliche Ansprache unter
dem Titel: "Wo uns der Schuh drückt" aufs Band. Sie
wurde direkt an den SFB und den Rias überspielt.
Ab Frühjahr 1964 war Brandt dann sein Chef in der
legendären Bonner "SPD-Baracke", wo Schwartz zunächst
bis 1973 als Referent für Funk-Fernsehen-Film beim
SPD Vorstand arbeitete.

Dass Journalisten genauso wie Politiker inzwischen auf
der untersten Stufe der Beliebtheitsskala für Berufe
gelandet sind, macht den ehemaligen Pressemann und
Publizisten nicht gerade froh. Heute seien Quote und
Auflage leider wichtiger, als sorgfältige
journalistische Arbeit, bedauert er. Früher hätten
nicht die Rundfunk-und Fernsehteams bestimmt, wie
lange ein Politiker auf Sendung sein dürfe, sondern
die Politiker selbst. Wehner zum Beispiel hätte ein
ihm angebotenes Statement mit vorgegebenen 90 Sekunden
mit den Worten: "in so einer kurzen Zeit kann man
komplizierte Zusammenhänge nicht erklären", rundweg
abgelehnt.

Lothar Schwartz sei ein "Pfälzer Kabinettsstück"
gewesen, schrieb der Journalist Hansjörg Tinti anlässlich
der Verabschiedung von Schwartz in den Ruhestand.
Bei seinen Kollegen, gleichgültig auf welcher
Wellenlänge deren politisches Herz schlug, habe er stets
Anerkennung geerntet. Weil vordergründiges
Freund-Feind-Denken nie seine Sache war, hinterließ
Schwartz bei seinem Weggang aus Bonn viele Freunde
in den verschiedensten Lagern. Mit einigen steht er
noch in regem Gedankenaustausch, vorwiegend natürlich
über politische Themen, wobei das Faxgerät besonders
gute Dienste leistet. Der Erfahrung des aus der großen
Politik in die Pfalz zurückgekehrten Journalisten
Lothar Schwartz bedient sich auch so mancher jüngere
Kommunalpolitiker stets gerne. Vielleicht auch deshalb,
weil es einfach ein ganz spezielles Vergnügen ist' mit
ihm auf der Terrasse seines Hauses zu sitzen
und einfach nur zuzuhören.

Geschrieben von Karin Patock, Wochenblatt vom 14.05.2003


            
   
   
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